Big Boy – Hail The Big Boy (R)

BIG BOY – HAIL THE BIG BOY

Artist: BIG BOY
Title: Hail the Big Boy
Homepage:
Hail the Big Boy
Label: Mate in Germany
VÖ: 06.07.2007

Endlich liegt mir das Debüt-Album meines Lieblings-Glam-Goth-Rockers BIG BOY in der Promo-Version vor und das Warten hat sich echt gelohnt. Was die Band live rüberbringt, wird auch perfekt auf CD inszeniert und präsentiert. Es ist pure Energie, purer Glam-Goth-Rock und pure gute Laune die man vom Hören bekommt.

Wie alles mit der Band angefangen hat, weiß man nicht so genau. Vielleicht sollte man hier den vielen Gerüchten Glauben schenken, die doch alle irgendwo ein Körnchen Wahrheit enthalten: Dass Sänger Big Boy eines Nachts der Geist des großen Freddie Mercury während seiner Therapie im Sanatorium erschienen ist und ihm zum einzig wahren Rockstar der Neuzeit erkoren hat. Dass er trotz diagnostiziertem Borderline-Syndrom und sämtlichen wissenschaftlich bekannten, psychosomatischen Störungen aus der Armee entlassen wurde (vielleicht aber auch wegen seines exorbitanten Make-up-Verbauchs). Dass er seine Mitstreiter (A.K. – Bass und Happy – Drums), beziehungsweise Ex-Mitstreiter (Gitarrist Kafka ist leider nicht mehr dabei, dafür ist jetzt Backslick am Start) auf seiner anschließenden Pilgerreise auf dem bekannten Jacobsweg kennen gelernt hat (oder zumindest in einer angrenzenden Kneipe). Oder dass er in der Folgezeit vor den Debüt-Aufnahmen in einschlägigen Internet-Auktionshäusern meistbietend Oralsex versteigert hat. Angeblich zur Finanzierung des Mischpults der legendären Berliner Hansa-Studios direkt an der Mauer, um in der heimischen Dunkelkammer bei Kerzenlicht und Absolut-Vodka die Geister anzurufen, die in den 56 geschichtsträchtigen Kanälen wohnen. Die guten und die bösen: Zarah Leander, David Bowie, Nick Cave, Depeche Mode – und auch Paul Anka oder N’Sync.
Aber jetzt genug des Geschwafels um die Bandgeschichte, die wohl erst in ungefähr 20 Jahren in Big Boy’s Autobiographie aufgeklärt werden wird.
Die Platte startet mit „La Legion“, dabei handelt es sich um eine französisch gesprochene Einleitung (schade das ich der Sprache nicht mächtig bin) und es folgt der explosive Namensgeber des Albums „Hail The Big Boy“. Weiter geht es mit der tanzbaren Rockstar-Hymne „Get Over It“ und dem hinterfragenden „One Good Reason“. „Let The Dead Bury Their Own Dead“ ist eine der beiden Balladen und bringt einen nach den aufreibenden Vorgänger-Song wieder perfekt auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit dem hintergründigen Fetisch-Disko-Hit „Gestasi Baby“ und den beiden Werken „Catastrophe“ und „Fake It“ geht es weiter wie es begonnen hat – schnell und laut. Die nächste Komposition ist „Sin-Sational“ und dabei handelt es sich um einen Titel, der perfekt langsame mit kraftvollen schnellen Gesangsparts vereint. „Just Like We (Choose To Be)“ ist das vorletzte Stück und startet mit dem rotzigen Gesang von Big Boy. Zugegeben, es ist nicht unbedingt eins meiner Lieblingsstücke, aber doch recht ordentlich. Als krönenden Abschluss gibt es ein Dankeschön an alle echten Fans und alle echten Hasser auf die Ohren – die zweite Ballade „Give Up“.
Meiner Meinung nach ist es eins der besten Alben was ich in der letzten Zeit gehört habe. Der Kauf der Platte lohnt sich auf jeden Fall und wie Big Boy himself schon sagt: „The people know that I’m the chosen son“. Rock’n’Roll will never die und die Band stellt das hier mehr als unter Beweis.

© Nefer

Nerotunes

Terrorverlag


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