Stoneman – H.T.S.H. – Tour (KB)
STONEMAN – DIVERSION
Ort: Berlin – Knaack
Datum: 18.09.2007
Genau 4 Monate später, aber dafür 11 Tage früher war es wieder Schweiz-Time in Berlin. Vielleicht sollte ich eine kleine Erklärung zu meinen wirren Gedankengängen abgeben: Am 29.5.07 fand das letzte STONEMAN-Konzert statt, von dem ich berichtet habe. Damals auch an einem Dienstag, in einem kleinen Metal-Club im Bezirk Schöneweide und mit der Vorband INCREDI BALLZ. Was diesmal anders war? Der Club (Knaack), der Bezirk (Kreuzberg) und der Support, nämlich DIVERSION. Mit jenen fing der Abend auch an. Hatte ich noch erwartet, dass dieses Mal einige Leute mehr anwesend sein würden, behielt ich nur geringfügig Recht. Es waren statt der damaligen 5 Gäste dieses mal ungefähr 20. Wie viele davon Eintritt gezahlt haben, darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Aber zurück zum Gig. Gegen 20.30 Uhr war Einlass, was auch sehr nötig war – da sehr kalt draußen. Nachdem wir uns dann sehr lange an der Bar aufgewärmt hatten, ging es mit den Anheizern (was ebenso nötig war – da auch im Club kalt) gegen 21.25 Uhr ordentlich los. Auch wenn es nur wenig Publikum gab, so hatte die Band dieses doch sehr gut im Griff und konnte mit ihrem Witz und Charme viele Sympathiepunkte einheimsen. Nicht nur, dass sie uns immer wieder in ihre Show mit einbezogen, sie animierten uns auch zum Tanzen. Die Schwaben (Anm. DIVERSION stammen aus Stuttgart) geizten nicht mit harten Riffs und powervollen Drums und heizte uns ordentlich ein. Auch war die Bühnenpräsenz und das Zusammenspiel der 4 (Kai – Vocals, Micki – Gitarre, Björn – Bass und Butchy – Drums) sehr professionell. Kai wurde immer wieder von Björn und Micki gesanglich unterstützt und die Stimmen ergänzten sich wirklich perfekt, auch beim Sologesang des Sängers zeigte sich deutlich die Kraft und Power seines Organs. Vom allgemeinen Sound her liegt die Band im Rock bis Metal-Bereich, mit leichten Gothic-Einflüssen. Hauptsächlich wurden Stücke vom aktuellen Album „Burnin’ Your Lies“ gespielt (zum Beispiel: „Unsuspicious World“, „Briefin’ You“, „Idiot Thoughts“ und „Naughty Places“), aber auch ältere Stücke vom Vorgängerwerk „Scary Tactics“. Der Song „Learn To Fall“ war der Intro-Song zur deutschen Staffel der MTV-Serie „Dismissed“ und das wurde auch sehr stolz verkündet. Außerdem wurde noch darauf hingewiesen, dass die aktuelle LP am „schwuchteligen Merchstand“ ausliegt (da gab es unter anderem auch noch T-Shirts, Plektren, Tangas, etc.). Basser Björn outete sich dann auch noch als „Plektomane“, da er sich mal kurzerhand an einem Plek der Headlinerband bediente, weil seine alle am schon genannten Stand auslagen. Um 22.15 Uhr war die Show der Jungs leider schon zu Ende und es begann eine kurze Umbaupause.
Diese war tatsächlich nur kurz, denn gegen 22.30 Uhr waren auch schon die Steinmänner mit ihrem Auftritt dran. Auf der dunklen Bühne machten sich Gitarrist Mr. Fly, Bassist Dave Snow und Rico H. (Drums) während des eingespielten Intros bereit, uns allen noch den Rest zu geben und zu zeigen, dass sich das Warten wieder einmal gelohnt hat. Nach einigen Sekunden kam dann auch noch Frontsau Mikki Chixx dazu und dieser eröffnete die großartige Party. Selten habe ich ihn so ausgelassen erlebt. Nachdem er die Bühne geentert hat, wuschelte er zuerst Dave und danach Fly durch die Frisur und zog danach seine Pornomäßig angehauchte Show ab. Ich kann nur sagen: WOW. Also wem nicht schon von der Vorband heiß war, dem wurde es jetzt auf jeden Fall. Neben dem unwiderstehlichen Hüftenwackeln gab es wieder Mikrophon-Anbetung ohne Ende zu sehen. Ich möchte diese gute Laune jetzt nicht auf diverse „Produkte“ schieben, aber man merkte Mikki eine gewisse Leichtigkeit schon sehr deutlich an. Er schien merklich über die Bühne zu fliegen… Die Songauswahl war eine gute Mixtur der beiden Alben („Sex.Drugs.Murder.“/ „How To Spell Heroin“) und die neuen Stücke kamen sehr gut bei den Anwesenden an. Während „In my Arms“ lieferten sich der Fronter und Basser Dave einen kleinen Showkampf (zu dem erwähnten 8 mm-Dialog in der CD-Rezension der ersten Platte), was auch noch einmal die gute Laune der Jungs zeigte. Neben schon genanntem Song wurden unter anderem noch der Opener „How To Spell Heroin“ (auch Titel der Tour), meine Lieblings-Komposition „Devil In A Gucci Dress“, „In My Arms“, „Schlaf Mein Kind“, „Dead Or Alive“, „Protect Me“, „Save Me The Last Waltz“ und natürlich „Wer Ficken Will“ präsentiert. Letzterer wurde mit den Worten angekündigt, dass er nur für diesen Abend geschrieben wurde. Irgendwie konnte ich es mir nicht verkneifen in mich reinzugrinsen. Soundmäßig war es deutlich besser als bei der letzten STONEMAN-Show, was aber wahrscheinlich auch am Club und den Technikern beziehungsweise an der Technik selbst lag. „Atomic Holocaust“ beendete dann leider auch schon gegen 23.15 Uhr den phänomenalen und mitreißenden Auftritt und öffneten die Nacht für eine lange Party und gemütliches Zusammensitzen mit viel Wein. Das geplante Face 2 Face–Interview wurde dabei kurzerhand und in gegenseitigem Einvernehmen in einen Mailer umgewandelt und folgt in den nächsten Tagen.
Setlist DIVERSION
Intro + Interlude
Briefin’ You
Draw The Line
Poem To Myself
N.S.F.Y.
Naughty Places
Unsuspicious World
Blatant Lie
Idiot Thoughts
Learn To Fall
In My Dreams
Sway The Score
Jump Up
Dyin’ Day
Setlist STONEMAN
How To Spell Heroine
Nightmare On Elm Street
In My Arms
Devil In A Gucci Dress
Dead Or Alive
Wer Ficken Will
Bizarre.Glam.God
I am Taking Your Life (And You Are Taking Mine)
Schlaf Mein Kind
Protect Me
Save Me The Last Waltz
Atomic Holocaust
© Nefer