Stoneman – Sex.Drugs.Murder. (R)
STONEMAN – Sex.Drugs.Murder.
Artist: STONEMAN
Title: Sex.Drugs.Murder.
Homepage: STONEMAN
Label: TWILIGHT
Rotzig. Dreckig. Rau. Heiß. Sexy. Nur einige Worte, die die Schweizer Gothic-Metal-Industrial Formation STONEMAN und ihr Debütalbum „Sex.Drugs.Murder“ beschreiben. Endlich mal kein überproduziertes und sauberes Werk, das ausgelutschte Themen zum wiederholten Male durchkaut. Die Band ist frisch und unverbraucht und genau das spiegelt sich auch im Sound wider. Sie haben was von den DEATHSTARS aber auch MARILYN MANSON, gewürzt mit einem Schuss SAMAEL und NINE INCH NAILS. Mikki Chixx (Vocals), Mr. Fly (Gitarre), Dave Snow (Bass) und Rico H. (Drums) vereinen sehr gut verschiedene fremde Stile zu ihrem eigene persönlichen und haben offensichtlich Spaß an dem, was sie tun. Das merkt man nicht nur, wenn man die Band live erlebt, sondern man hört es auch deutlich auf Platte. Produziert wurde jene im Heimstudio des Bassisten und gemastert von Jimmy Durand in Hamburg.
Als Opener wird „In my Arms“ präsentiert. Ein powervolles Stück mit melodischem Chorus und einem Filmdialog aus dem 1999 erschienen Streifen „8MM“ mit Nicolas Cage („Tom where are you. I dance with the devil. The devil don’t change. The devil changes you!”). Und teuflisch geht es auch weiter. Der zweite Titel ist “Devil in a Gucci Dress” und seit dem ersten Hördurchgang ist er mein absoluter Favorit. Sehr stark und melodisch. Wenn der Teufel so heiß sein sollte wie der Song – na holla die Waldfee. Das Werk macht sofort gute Laune und fordert einen zum Tanzen und Bangen auf. „Schlaf mein Kind“ folgt auf schnellem Fuß. Hier wird englisch mit deutsch vermischt – englisch und hart im Hauptteil, deutsch und sanft im Chorus. Das macht den Song zu etwas besonderem. Als nächstes kommt „Protect me“ an den Start. Und das ist wohl auch mit eine der beeindruckendsten Kompositionen auf dem Album. Nicht nur weil es sich um ein Duett mit der leider verstorbenen ELIS-Sängerin Sabine Dünser handelt. Es beginnt mit den sanften Klängen einer Spieluhr und dem darauf folgenden Satz „Welcome to Reality Baby“, um gleich darauf voran zu preschen und in einer Art Goth-Ballade mit ekstatischem Chorus weiterzulaufen. Sabines und Mikkis Stimmen fügen sich hier zu einer perfekten Synthese zusammen. „Atomatic Holocaust“ ist Nummer 5 auf dem Silberling und auch hier werden wieder 2 Sprachen miteinander vereint – englisch und spanisch. Und auch hier kann Sprachtalent Mikki Chixx wieder überzeugen. Es geht – wie der Name schon sagt – um einen atomaren Holocaust, der einmal um die ganze Welt geht und jeden überrollt, egal ob Soldat, Bomber, Terrorist, Rockstar, Celebrity oder One Hit Wonder. Das nächste Werk ist ein Cover, welches im Original von J. J. CALE ist – „Cocaine“. Und auch hier gibt es mal wieder nichts auszusetzen. Sehr guter Song mit einer einprägsamen Melodie verzeichnet. Number Seven ist eine Komposition mit einem endloslangem Titel „I am taking your life (and you are taking mine)“. Ich frag mich immer, wer sich solche langen Namen ausdenkt, aber letztendlich tut es der Goth-Metal-Ballade keinen Abbruch, die mit einem starkem Chorus und einem schönem Instrumental im Mittelteil überzeugt. „Stoneman“ ist das folgende Stück und das knallt mal wieder von Anfang an in die Gehörgänge und bleibt auch da. Schöne Gitarrenlinie die sich mit der, mal rauen, mal weichen Stimme des Sängers paart – perfekte Intonation, perfekter Sound. Als nächstes gibt es den „Madman Song“ auf die Ohren. Wow. Einfach nur: Wow. Wenn man Mr. Chixx das erste Mal sieht, denkt man nicht, dass er zu so einer Stimme fähig ist. Aber das denkt man bei Janne Ahonen von NEGATIVE ja auch nicht. Und nein, ich möchte die beiden Beaus hier jetzt nicht vergleichen. Das wäre eher ein Fall für diverse Teeniemagazine und wir reden hier ja schließlich von Musik. Der Song erinnert an eine Mischung aus MANSON und DIMMU BORGIR – nur halt im Sinne des Schweizer Quartetts. Die beiden Hauptthemen des Tracks? Sex and Drugs! Als vorletztes Stück wird „Evil Fly“ präsentiert. Wiederholt ein Song mit einer starken, einprägsamen Melodie. Sehr gut inszeniert und zum Moshen geeignet.
Last but not least ist „Good bye and fuck you”. Der Titel der Komposition lässt eigentlich etwas anderes erahnen, aber bei dem letzten Stück auf der Platte handelt es sich tatsächlich um eine wunderschöne düstere, melodische und mystische Gothic-Ballade. Der perfekte Abschlusssong. Welcome to Reality Baby!
© Nefer